Scrum Day 2009 in Düsseldorf – ein Rückblick

Der Scrum Day 2009 fand am Mittwoch in Düsseldorf, besser gesagt in Neuss statt, was mir der Taxifahrer unmissverständlich klarmachte. Es war ein Tag voller Höhen und Tiefen und das lag nicht nur am Flug von Hamburg nach Düsseldorf. Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung meiner Eindrücke vom zweiten Tag des Scrum Days, der sich gegenüber dem ersten Workshoptag nur aus Vorträgen zusammensetzte. 

Den Anfang machte Joseph Pelrine mit seiner Keynote, in der er die Frage zu klären versuchte Warum funktioniert Scrum? In seinem Vortrag bezog er sich auf das Warum, da sich alle im Auditorium einig waren – Scrum funktioniert. Interessant und amüsant vorgetragen – trotz einiger Gläser Rotwein am Vortag…

Im Anschluss folgte ein Vortrag der XING AG mit dem Titel AmaXING Agile – keine Heilung ohne Jucken, indem über den Einsatz von agilen Methoden im Unternehmen berichtet wurde. Dabei wurde anhand praktischer Beispiele aufgezeigt, welche Probleme vor der Einführung von Scrum da waren, wie man mit Scrum diesen Problemen entgegentrat und welche Learnings im Laufe der Zeit gemacht wurden.

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter in den Vortrag Agiles Nearshoring mit Scrum von der codecentric GmbH. Ein durchaus interessanter Vortrag mit guten Folien und einem gut vorbereiteten Redner. Es ging in dem Vortrag über die Arbeit mit verteilten Teams in Hamburg und Bosnien, unter Verwendung von Scrum. Die wichtigsten Punkte die ich aus der Präsentation gezogen habe sind: Man sollte gleiche Bedingungen in der Dependance, wie im Inland schaffen. Weiterhin sollten die Teams zusammengebracht werden, dass heißt es muss ein Austausch und Kennenlernen stattfinden. Interessant hierbei war, dass in der Firma mi zwei gemischten Teams gearbeitet wurde, die jeweils aus Mitarbeitern in Deutschland und Bosnien bestanden. Im Unternehmen wurde es gelebt, dass jeden Monat ein Team für eine Woche ins jeweilige Ausland gehen muss. Respekt sag ich da nur, dass muss man erst einmal hinbekommen. Der dritte Punkt den ich mir notiert habe ist, dass kulturelle Unterschiede immer eine Rolle spielen und nie ganz aufgelöst werden können im Gegensatz zu Kommunikationsproblemen oder

In eine andere Richtung ging der Vortrag Erfahrung mit Scrum in global verteilten Teams, der einige Insights, über die Anwendung des Frameworks und die Schwierigkeiten bei Organisationen mit über 25.000 Mitarbeitern in der IBM Softwaregruppe, vermittelte. Vortragsstil wie auch Folien waren qualitativ befriedigend. Somit ist es dem Vortragenden leider nicht gelungen, mich in seinen Bann zu ziehen. Das was ich mir aufgeschrieben habe ist, dass sich eine Gruppe von Autoren gefunden hat, die im nächsten Jahr zu diesem Thema ein Buch veröffentlichen werden.

Nach der Mittagspause, habe ich mir den Vortrag Scrum – eine Bilanz wird gezogen ausgewählt, was sich als totale Fehlentscheidung herausstellte, da ich im Nebenraum eine offene Runde mit Dr. Andrea Tomasini – einem von 21 Scrum Coaches die es derzeit weltweit gibt – verpasst habe. Die offene Runde wurde für einen Vortrag von Olaf Lewitz (microTOOL) eingeschoben, den ich eigentlich vorgezogen hätte. Notiz an mich selbst: vertrau das nächste Mal auf deine Intention und habe auch mal Mut einfach zu gehen.

Nach diesem eher ernüchternden Teil des Tages, ging es dann steil bergauf mit dem Vortrag von Christiane Philipps und ihrer Präsentation zu Agile Leadership – Führungskräfte im Wandel. Ihre angenehme Art vorzutragen und die Abwechslung aus Vortrag und Interaktion mit dem Publikum waren großartig. Der Vortrag endete prompt mittendrin, da eine Diskussion über den Punkt ausbrach, dass Führungskräfte umdenken müssen – weg vom „Ich“ zum „Team“; sprich Verantwortung teilen. Es ging vordergründig um die Frage, wie man Manager dazu bringt, von ihren alten Mustern Abstand zu nehmen und bspw. das Macht- und Positionsdenken aus den Köpfen zu bekommen. Auch in der Runde sind wir zu keinem Ergebnis gekommen. Christiane Phillips stellte heraus, dass die Entscheidung agil zu arbeiten, ganzheitliche gelebt und im Unternehmen oder genauer von jedem Einzelnen angenommen werden muss. Die Diskussion wird aktuell hier weitergeführt.

Zum Schluss wohnte ich dem Vortrag A case study in lean thinking von Dr. Andrea Tomasini bei. Anhand eines Kundenprojekts, wurde der Prozess zur Implementierung von Scrum anschaulich beschrieben. Interessant war hier, dass der Ansatz darin bestand, ein kritisches und strategisch wichtiges Projekt zum Pilotprojekt zu machen. Der Gedanke dahinter ist ganz einfach: wenn es erfolgreich verläuft, wird die Adaption von Scrum im gesamten Unternehmen leichter fallen.

Fazit: Dem Scrum Day hätte mehr Publikum gut gestanden, obwohl so mehr Platz für individuelle Gespräche und Diskussionen zur Verfügung stand. Die Vorträge waren teilweise sehr interessant. Das Event war organisatorisch sehr gut geplant und auch ausgerichtet. Ggf. ist es für nachfolgende Veranstaltungen dieser Art sinnvoll, die Vorträge auch auf Video für die Nachwelt festzuhalten.

Die Vorträge sind auf www.scrum-day.de verfügbar.


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